Eingewöhnung

Ein elementarer Bestandteil der Kindertagspflege

Die Eingewöhnung ist für mich ein elementarer Bestandteil in der Kindertagespflege. Vor allem bei den unter Dreijährigen ist ein langsames Vorgehen für das Gelingen einer guten Betreuungsbeziehung sehr wichtig.

Für mich bedeutet dies, dass die Kleinen zunächst behutsam ein sicheres Band zu mir knüpfen können und stets mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen und reflektiert werden.

Am Anfang kommt ein Elternteil mit dem Tageskind nachmittags zum Kennenlernen zu uns. Sie können sich die Räumlichkeiten unserer Familie anschauen, meine Kinder kennenlernen. Im Idealfall ist auch meine Lebensgefährte zu Hause. Wir werden einige Details miteinander besprechen. Ein kuzer Termin ohne Erwartungshaltung, ohne Druck.

Die nächsten Termine stimmen wir so miteinander ab, dass Sie mit Ihrem Kind immer einen kurzen Zeitraum an mehreren Tagen pro Woche bei uns verbringen können. Diese Stunden werden wir immer weiter ausdehnen. Sie ziehen sich aus dem Geschehen zurück und ich bringe mich immer mehr ein, so dass Ihr Kind und auch Sie lernen mir zu (ver)trauen. Es sollte ein gutes und stimmiges Gefühl für alle Beteiligten aufkommen. Wichtig ist zu Anfang, dass Sie als sicherer Rückzugsort für Ihr Kind präsent sind, sich aber nicht aktiv ins Geschehen mischen. Unser gemeinsamens Ziel sollte sein, dass Ihr Kind im Laufe der Eingewöhnung mich ebenfalls als sicheren "Hafen" akzeptiert. Es sollte sich von mir beruhigen lassen, den Kontakt zu mir suchen und mich als Ansprechpartner suchen. Dann verlassen Sie Zug-um-Zug die Räumlichkeiten und später dann auch komplett das Haus. Die Abstände zwischen gehen und wiederkommen werden je nach Gelingen verlängert.

Allerdings ist nicht jedes Kind gleich, nicht alle Eltern sind gleich. Die einen können sich schnell voneinander lösen und auf ein neues Gegenüber einstellen. Andere benötigen dafür mehr Zeit. Jedes Kind hat ein anderes Temperament. Ich gebe Ihnen und Ihrem Kind die Zeit, die Sie brauchen. Sie sollen mit einem guten Gefühl gehen können. Sie sollen sich keine Sorgen machen, ob Ihr Kind sie vermisst (natürlich wird es das - aber es wird lernen, dass Sie wiederkommen). Sie sollen den Tag über den Kopf frei haben für die Tätigkeit, warum sie Ihr Kind zu mir in die Kinder-Tagespflege bringen. Sie sollen sich auf sich konzentrieren können.

Wenn wir gemeinsam, zum Wohle Ihres Kindes, an einem Strang ziehen - werden wir die Eingewöhnung zusammen meistern und es wird ein gutes, kommunikatives, vertrauenvolles Miteinander geben.

Und nun, zum guten Schluss:
Tagelang, wenn nicht wochenlang habe ich mir den Kopf zerbrochen um einen sinnigen, gut verständlichen Text über die Eingewöhnung zu verfassen, der mich auch widerspiegelt.

Währenddessen habe ich überall etwas gelesen. Bücher aus dem Qualifizierungskurs, Internetauftritte anderer Tagesmütter, pädagogisch "wertvolle" Seiten und was weiß ich nicht noch alles.

Ein Satz jedoch hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt:
Die Eingewöhnung wird an das Kind angepasst, nicht umgekehrt!
Damit ist für mich alles gesagt. Wir kriegen das schon hin, haben sie Vertrauen - in sich selbst, in mich und in Ihr Kind


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